Vorschriften und Genehmigungen für die Verwendung von Drohnen

Seit die Menschen immer häufiger auch im Alltag Drohnen einsetzen, tauchen in diesem Zusammenhang verstärkt einige Fragen zu Genehmigungen und Verwendungen der unbemannten Luftfahrzeuge auf. Wo dürfen sie fliegen? Welche Gesetze existieren zur Nutzung? Wie sehen die entsprechenden Richtlinien und Verbote aus und welche Art von Einschränkungen gibt es? Die folgenden Informationen beziehen sich in erster Linie auf den Luftraum von Deutschland, in anderen Ländern müssen die dort geltenden Vorschriften beachtet werden.

Die Verwendung von sogenannten UAVs (Unmanned Areal Vehicle) aus Spaß wird der Hobbyfliegerei zugeordnet und fällt in Deutschland in den Bereich „privates Freizeitvergnügen“. Dennoch gibt es auch in diesem Fall Einiges zu beachten, wenn man seine Drohne auf Erkundungstour schickt, beispielsweise mit einer Kamera ausgestattet. Modellbauer haben zwar bereits vor Jahrzehnten ihre Fluggeräte mit Fotoapparaten ausgerüstet, neu ist bei den Dohnen jedoch die wesentlich einfachere Steuerung sowie die speziellen Tools für eine leistungsfähige Bildstabilisierung oder für eine Übertragung des Datenstroms via Funkverbindung.

Allerdings stellt der Einsatz von „fliegenden Kameras“ über privatem Gelände eine Beeinträchtigung der Privatsphäre und des Eigentums dar und bedarf daher unbedingt der Erlaubnis des Besitzers (auch dann, wenn die Aufnahmen nicht weitergegeben oder veröffentlicht werden). Schnappschüsse von Personen darf man ebenfalls nicht ohne deren Zustimmung im öffentlichen Raum, zu dem auch das Internet zählt, präsentieren. Weiterhin fallen Fotos und Videos von bestimmten Gebäuden häufig nicht unter die Panoramafreiheit und können unter Umständen das bestehende Urheberrecht des Architekten berühren, dürfen daher ebenfalls nur mit dessen Genehmigung verbreitet werden.

Die Haftpflichtversicherung

Das Fliegen mit Drohnen, auch bei rein privatem Einsatz, ist versicherungspflichtig, da aufgrund technischen Versagens oder bei mangelhafter Kenntnis – und aufgrund dessen schlechter Steuerung des Geräts – Schäden an eigenem oder fremdem Eigentum entstehen können. Die „normale“ Haftpflichtversicherung deckt diesen Spezialfall allerdings üblicherweise nicht ab, weswegen eine Zusatzversicherung abzuschließen ist. Dabei wird auch zugleich das Mindestalter vorgegeben, das von Unternehmen zu Unternehmen variieren kann, das man erreicht haben muss, um ein UAV zu steuern. Ein vom Gesetz vorgeschriebenes Mindestalter existiert jedoch nicht.

Die Gebietsvorschriften

Ein paar Regeln werden hierbei ebenfalls von der Versicherung aufgestellt, einige erlauben beispielsweise die Nutzung der Drohne ausschließlich auf entsprechenden Modellflugplätzen. Meistens ist jedoch das Fliegen an beliebigen Orten erlaubt, solange es den vom Gesetz vorgegebenen Bestimmungen entspricht. Diese legen in Deutschland fest: Ohne entsprechende Sondergenehmigung darf bis zu einer Höhe von 762 Metern über dem Boden geflogen werden (unkontrollierter Luftraum). Ausnahme bilden Lufträume nahe bestimmten Institutionen wie etwa bei Flughäfen – hier wird die Höhe streckenkilometerweise davor auf 518,15 und 304,8 Meter reduziert, direkt in der Kontrollzone, im Luftraum Delta, ist das Fliegen mit Drohnen dann gänzlich verboten.
Die exakten Daten dazu sind auf Luftfahrkarten gelistet. Jeder, der ein UAV steuert, ist verpflichtet, sich über die Bestimmungen, die in seinem Fluggebiet gelten, zu informieren.

Die Flugvorschriften

Spezielle Genehmigungen sind für den privaten Einsatz nicht notwendig, solange die Drohne nicht mehr wiegt als fünf Kilogramm. Für das gewerbliche Fliegen (Beispiel: Dokumentation einer Hochzeit von oben inklusive Aufnahme von Fotos, die danach verkauft werden) ist man zur Einholung einer Aufstiegsgenehmigung verpflichtet. Diese wird vom Luftfahrtbundesamt des betreffenden Bundeslandes schriftlich und an die namentlich genannte Person vergeben, ist für jeden Einsatz einzeln zu beantragen und bis zu einem Gewicht von 25 Kilogramm gültig.
Eine vereinfachte Genehmigung für den gewerblichen Einsatz bis zu fünf Kilogramm Abfluggewicht kann man auch pauschal beantragen, die für jeweils zwei Jahre reicht. Bei dieser Erlaubnis gibt es allerdings noch weitere Einschränkungen: Es darf nicht höher als 100 Meter über dem Grund geflogen werden und über Menschenansammlungen, Einsatzorten von Sicherheitsbehörden, Katastrophengebieten, militärischen Anlagen, Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten sowie Anlagen für die Energieerzeugung und -verteilung ist der Einsatz verboten. Innerhalb von geschlossenen Ortschaften müssen die zuständigen Ordnungsbehörden über die Nutzung der Drohne informiert werden, in Naturschutzgebieten sind die jeweiligen Bestimmungen zu beachten. Auch bei der vereinfachten Genehmigung wird der Verwender des UAV üblicherweise namentlich festgelegt.

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